Die Bundes­re­gierung kündigte an, ein Maßnah­men­paket für die Gastro­nomie („Wirtshaus-Paket“) zu schnüren. Ein Geset­zes­entwurf liegt nun vor und enthält unter anderem steu­er­liche Entlas­tungen und weitere Unter­stüt­zungen zum Konsum­anreiz.

Steu­er­senkung

Eine der Maßnahmen der Regierung ist die Senkung des Steu­er­satzes auf nicht­al­ko­ho­lische Getränke. Bisher wurden Getränke mit 20 % USt besteuert, künftig soll diese auf 10% gesenkt werden. Die Senkung betrifft dabei nur den Verkauf der Getränke in Gast­stätten, nicht den Einkauf beim Groß­händler. Gast­haus­be­sitzer müssen in Zukunft weniger Umsatz­steuer abführen, es bleibt dabei dem Wirt über­lassen, ob er die Senkung an die Konsu­menten weitergibt oder nicht. Die Steu­er­senkung tritt ab 01.06.2020 in Kraft und ist derzeit bis Ende 2020 gültig.

Pauscha­lierung

Die Pauscha­lierung stellt eine einfa­chere Form der Gewinn­ermittlung dar. Es müssen dabei nur die Betriebs­aus­gaben (teil­weise pauschal ermittelt) und nicht einzeln nach­ge­wiesen werden. Wer in den Genuss der Pauscha­lierung kommt hängt zum einen vom Umsatz ab, zum anderen darf keine Buch­füh­rungs­pflicht bestehen und es darf auch nicht frei­willig Buch geführt werden. Die derzeitige Pauscha­lie­rungs­grenze liegt bei 255.000,- Euro Jahres­umsatz. Zukünftig wird diese Grenze, für Gast­häuser mit Sitz­mög­lichkeit die keine Buch­füh­rungs­pflicht haben, auf 400.000,- Euro erhöht. Auch die Grund­pau­schale wird von 10 % auf 15 % ange­hoben und der Mindest­pau­schal­betrag wird von 3.000,- Euro auf 6.000,- Euro erhöht. Durch diese Maßnahme erhofft sich die Regierung das wirt­schaft­liche Leben von Unter­nehmen zu verein­fachen und den büro­kra­ti­schen Aufwand zu mini­mieren. Die Pauscha­lie­rungs­grenze gilt für alle Unter­nehmer ab dem Veran­la­gungsjahr 2020 unbe­fristet.

Erleich­te­rungen für Dorf­wirts­häuser

Diese Maßnahme ist abhängig von der Größe der Gemeinde, was im Umkehr­schluss bedeutet, dass die Größe des Wirts­hauses keine Rolle spielt. Die Regierung versucht mit einer Erhöhung der Mobi­li­täts­pau­schale den Dorf­wirten entge­gen­zu­kommen, die aufgrund der schlechten Infra­struktur ihrer Gemeinde einen erhöhten Mobi­li­täts­aufwand für ihren Betrieb haben. Die Mobi­li­täts­pau­schale umfasst Kfz-Kosten und die betrieb­liche Nutzung anderer Verkehrs­mittel sowie die Verpflegung und Unter­kunft bei betrieb­lichen Reisen. Abhängig von der jewei­ligen Gemein­de­größe kommt es deshalb zu einer Erhöhung der Mobi­li­täts­pau­schale. Bei einer Gemeinde mit bis zu 5.000 Einwohnern erhöht sich die Pauschale von 2 % (max. 8.000,- Euro) auf 6 % (max. 24.000,- Euro). Für Gast­häuser in Gemeinden von bis zu 10.000 Einwohnern gibt es nun eine Pauschale von 4 % (max. 16.000,- Euro). Auch diese Maßnahme gilt unbe­fristet ab dem Veran­la­gungsjahr 2020.

Höhere Essen­gut­scheine

Arbeit­geber stellen ihren Arbeit­nehmern für die Mittags­ver­pflegung oft Essens­gut­scheine zur Verfügung. Dabei unter­scheidet man zwischen Gutscheinen für Gast­häuser und Gutscheinen für Lebens­mit­tel­ge­schäfte. Bisher betrug der Wert eines steu­er­freien Essens­gut­scheines 4,40 Euro für die Gastro­nomie und 1,10 Euro für Lebens­mit­tel­ge­schäfte. Die Regierung erhöht diese Beträge nun auf 8,- Euro für Gutscheine im Gastro­no­mie­be­reich und 2,- Euro für Gutscheine im Lebens­mit­tel­be­reich. Die Regierung erhofft sich dadurch, den Konsum in Wirts­häusern gezielt zu steigern, in dem sowohl Arbeit­nehmer als auch Gastätten von der Erhöhung profi­tieren. Auch diese Regelung gilt unbe­fristet und tritt am 01.06.2020 in Kraft.

Höhere Absetz­barkeit von Geschäfts­essen

Ein Geschäfts­essen bezieht sich auf die Bewir­tungs­spesen für Geschäfts­freunde – sowohl im Betrieb als auch außerhalb zB. in einem Restaurant. Dabei muss die Bewirtung der Werbung dienen und über­wiegend betrieblich oder beruflich veran­lasst sein. Auch Arbeit­nehmer können Bewir­tungs­kosten bis zu 50 % bei ihrem Arbeit­geber absetzen, wenn die Geschäfts­freun­de­be­wirtung im Interesse des Arbeit­gebers liegt. Bisher waren die Geschäfts­essen mit 50 % von der Steu­erlast absetzbar, durch das Wirtshaus-Paket werden Geschäfts­essen zukünftig mit 75 % absetzbar sein. Diese Maßnahme tritt bereits ab 15.05.2020 in Kraft, ist aber mit Ende 2020 befristet.

Abschaffung der Schaum­wein­steuer

Sekt und Cham­pagner waren bisher von der Schaum­wein­steuer umfasst. Dies bedeutete, dass alle schäu­menden Weine aus Trauben oder Obst, die entweder wie ein typi­scher Schaumwein aufge­macht waren (Flaschen mit Sekt­korken) oder einen Über­druck von mindestens 3 bar aufwiesen, von der Schaum­wein­steuer in Höhe von 100,- Euro je Hekto­liter umfasst. Ab 01.06.2020 fällt diese Steuer komplett weg. Davon profi­tieren nicht nur inlän­dische Schaum­weine, sondern auch auslän­dische Schaum­weine, die bisher eben­falls von dieser Steuer umfasst waren.

Ob noch weitere Maßnahmen für Gast­wirte geplant sind lässt, sich derzeit nicht abschätzen. Wir halten Sie aber gerne darüber auf dem Laufenden!