Umsatz­steu­er­pflicht in der Schweiz — neue Regelung ab 2018

6. Januar 2018 | Für Unter­nehmer

Alle öster­rei­chi­schen Unter­nehmen, die Leis­tungen in der Schweiz erbringen und pro Jahr mindestens 100.000 Franken Umsatz aus steu­er­baren und steu­er­be­freiten Leis­tungen im In- und Ausland erzielen, sind ab dem 1. Januar 2018 in der Schweiz umsatz­steu­er­pflichtig.

Ein frei­wil­liger Verzicht auf die Grenze von 100’000 Franken Umsatz ist möglich, wenn ein Unter­nehmer sich aus verschie­denen Gründen frei­willig auch unter dieser Grenze regis­trieren möchte.

Nicht in der Schweiz umsatz­steu­er­pflichtig sind jene öster­rei­chi­schen Unter­nehmen, die in der Schweiz ausschließlich von der Steuer ausge­nommene Leis­tungen oder der Bezug­steuer unter­lie­gende Dienst­leis­tungen erbringen. Aber Achtung, die Schweiz legt den Begriff der Dienst­leistung wesentlich enger aus als dies in Öster­reich und der EU der Fall ist. Eine Regis­trie­rungs­pflicht ist daher unbe­dingt von einem Schweizer Treu­händer abklären zu lassen.

Als Para­de­bei­spiel gilt die Werk­ver­trag­liche Lieferung.

Erbringt ein öster­rei­chi­sches Unter­nehmen eine werk­ver­trag­liche Lieferung in der Schweiz, und zwar unge­achtet dessen, ob dabei Material mit abge­liefert wird oder nicht, löst dies bei entspre­chendem welt­weiten Jahres­umsatz (mindestens 100’000 Franken) die Umsatz­steu­er­pflicht in der Schweiz aus.

Solange ein öster­rei­chi­sches Unter­nehmen in der Schweiz tätig und umsatz­steu­er­pflichtig ist, hat es sich durch einen in der Schweiz nieder­ge­las­senen Stell­ver­treter (meist Treu­händer) vertreten zu lassen. Anmel­dungen ohne Steu­er­ver­treter sind nicht möglich.