Fixkos­ten­zu­schuss II (800.000):

Seit 23.11.2020 kann bereits die zweite Phase des Fixkos­ten­zu­schusses bean­tragt werden. Im Vergleich zur Phase I wurde nun der Begriff der Fixkosten weiter gefasst und der Betrach­tungs­zeitraum bis Juni 2021 verlängert. Der Fixkos­ten­zu­schuss II ist mit 800.000 Euro als Maxi­mal­aus­zah­lungs­betrag gede­ckelt und kann bis 31.12.2021 über das Finanzamt einge­bracht werden.

Alle Details zum Fixkos­ten­zu­schuss I erfahren Sie hier: https://www.remm-steuerberatung.at/corona-hilfs-fonds/ 

Bei einer Gegen­über­stellung des Fixkos­ten­zu­schuss II zum Fixkos­ten­zu­schuss I fällt auf, dass der Fixkos­ten­zu­schuss II nun linear, anstatt stufen­weise, berechnet wird. Auch wird der FKZ II schon ab 30 % Umsatz­ausfall gewährt, zuvor mussten 40 % Umsatz­ausfall vorliegen. Die Auszahlung erfolgt diesmal in maximal zwei anstatt drei Tranchen und der Betrach­tungs­zeitraum muss zwischen September 2020 und Juni 2021 liegen, wobei für bis zu 10 zusam­men­hän­gende Monate der Antrag gestellt werden kann. Die wich­tigste Änderung jedoch, ist die Änderung der Defi­nition von Fixkosten. Erweitert fällt nun folgendes unter den Begriff der Fixkosten:

  • AfA
  • Fiktive Abschreibung für beweg­liche Wirt­schafts­güter
  • Frus­trierte Aufwen­dungen
  • Leasing­raten (zur Gänze! (außer Unter­nehmen erwirbt wirt­schaft­liches Eigentum))
  • Geschäfts­füh­rer­bezüge (sofern nicht nach ASVG versi­chert)

Weiterhin zu den Fixkosten, wie beim FKZ I, zählen Miete und Pacht, Versi­che­rungs­prämie, Zins­auf­wen­dungen, Lizenz­ge­bühren, Tele­kom­mu­ni­kation, Aufwen­dungen für Strom‑, Gas- und andere Energie- und Heizungs­kosten, Wert­verlust verderb­licher oder saiso­naler Ware, ange­mes­sener Unter­neh­merlohn, Perso­nal­auf­wen­dungen und Steu­er­be­ra­tungs­kosten bis zu 1.000 Euro. 

Folgende Betrach­tungs­zeit­räume kommen für den FKZ II in Betracht:

  1. Zeitraum: 16.09. — 30.09.2020
  2. Zeitraum: Oktober 2020
  3. Zeitraum: November 2020
  4. Zeitraum: Dezember 2020
  5. Zeitraum: Jänner 2021
  6. Zeitraum: Februar 2021
  7. Zeitraum: März 2021
  8. Zeitraum: April 2021
  9. Zeitraum: Mai 2021
  10. Zeitraum: Juni 2021

Für die Berechnung des Umsatz­aus­falles ist jeweils der Vergleichs­zeitraum des Jahres 2019 heran­zu­ziehen. Bei Neugrün­dungen werden Umsatz­aus­fälle anhand einer Plan­rechnung plau­si­bi­li­siert. Die Betrach­tungs­zeit­räume können wie folgt gewählt werden:

A) zeitlich zusam­men­hän­gende Betrach­tungs­zeit­räume

B) zwei Blöcke von jeweils zeitlich zusam­men­hän­genden Betrach­tungs­zeit­räumen, wobei bei den zwei Blöcken eine zeit­liche Lücke zulässig ist. 

Verlus­tersatz:

Für die Gewährung des Verlus­ter­satzes muss ein Umsatz­ausfall von mindestens 30 % vorliegen, wobei der Verlus­tersatz insgesamt mindestens 500 Euro beträgt. Förderbar sind 70 % des Verlustes, die der Antrags­steller in den Betrach­tungs­zeit­räumen erleidet. Bei Klein- oder Kleinst­un­ter­nehmer erhöht sich die Ersatzrate auf 90 %. 

Unter Verlust wird die Differenz zwischen Erträge und den damit zusam­men­hän­genden Aufwen­dungen des Unter­nehmens verstanden. Erträge im Sinne der Richt­linie sind:

  • Umsätze 
  • Bestands­ver­än­de­rungen
  • akti­vierte Eigen­leis­tungen
  • sonstige betrieb­liche Erträge, ausge­nommen Erträge aus dem Abgang von Anla­ge­ver­mögen 

Aufwen­dungen sind abzugs­fähige Betriebs­aus­gaben, ausge­nommen Aufwen­dungen aus dem Abgang von Anla­ge­ver­mögen. 

Der Verlust ist um folgende Beträge zu kürzen, soweit diese nicht bei der Ermittlung der Erträge und Aufwen­dungen berück­sichtigt werden:

  • Betei­li­gungs­er­träge, wenn diese mehr als die Hälfte der Umsätze betragen
  • Versi­che­rungs­leis­tungen
  • Zuwen­dungen von Gebiets­kör­per­schaften, iZm der COVID-19 Krise
  • Zuschüsse iZm Kurz­arbeit
  • Entschä­di­gungen nach dem Epide­mie­fonds

Die Betrach­tungs­zeit­räume entsprechen den Betrach­tungs­zeit­räumen des FKZ II, beginnend mit 16. September und endend mit Juni 2021. Auch hier können für maximal 10 Betrach­tungs­zeit­räume Anträge gestellt werden. Die Zeit­räume müssen zeitlich zusam­men­hängend sein (vgl A)). Eine Lücke ist ausschließlich dann zulässig, wenn bei der Antrags­stellung der Betrach­tungs­zeitraum November 2020 und/oder Dezember 2020 nicht mit einbe­rechnet werden, da in diesen Zeit­räumen ein Lockdown-Umsatzersatz in Anspruch genommen wurde. 

Der Lockdown-Umsatzersatz muss immer vor dem Verlus­tersatz bean­tragt werden. Der Antrag auf Verlus­tersatz ist unzu­lässig für November und Dezember 2020, wenn der Unter­nehmer durch­gehend Umsatz­ersatz in Anspruch genommen hat. Ein Antrag in diesen Zeit­räumen ist nur zulässig, wenn der Antrags­steller einen Umsatz­ersatz nur für Teile eines antrags­ge­gen­ständ­lichen Betrach­tungs­zeit­raums in Anspruch nimmt. In solchen Fällen wird der förder­fähige Verlust um den antei­ligen Teil des Umsatz­er­satzes verringert. 

Update:

Der Verlus­tersatz wurde um 6 Monate bis Dezember verlängert. Für die Verlän­gerung ist ein Umsatz­ausfall von 50% Voraus­setzung. Gede­ckelt wird die Förderung mit 10 Millionen Euro.

Der FKZ II und der Verlus­tersatz können nicht gemeinsam in Anspruch genommen werden.