Erhöhung der Klein­un­ter­neh­mer­grenze auf 35.000 €

31. Oktober 2019 | Für Unter­nehmer

Wenn ein Unter­nehmer bestimmte Umsatz­grenzen nicht über­schreiten gilt er als Klein­un­ter­nehmer. Daraus ergeben sich verschiedene Erleich­te­rungen im Rahmen der Umsatz­steuer.

Beträgt der Gesamt­umsatz als Unter­nehmer in einem Jahr nicht mehr als 30.000 € netto, sind diese Klein­un­ter­nehmer von der Umsatz­steuer befreit. Diese Grenze wird ab dem Jahr 2020 auf 35.000 € ange­hoben. Bei der Ermittlung des Gesamt­um­satzes von 35.000 € sind neben Hilfs­ge­schäften einschließlich der Geschäfts­ver­äu­ßerung im Ganzen,  auch Umsätze, die nach § 6 Abs 1 Z 8 lit. d und j, Z 9 lit. b und d, Z 10 bis 15, Z 17 bis 26 und Z 28 UStG unecht steu­erfrei sind (zB Umsätze von Ärzten), nicht in die Umsatz­grenze mit einzu­be­ziehen. Ein einma­liges Über­schreiten dieser Grenze um nicht mehr als 15 % innerhalb von fünf Kalen­der­jahren ist möglich.

Der Klein­un­ter­nehmer darf für seine erbrachten steu­er­freien Leis­tungen keine Umsatz­steuer in Rechnung stellen und braucht somit auch keine Umsatz­steuer an das Finanzamt abzu­führen. Da es sich um eine unechte Steu­er­be­freiung handelt, steht aller­dings kein Recht auf Vorsteu­er­abzug zu.

Für Klein­un­ter­nehmer besteht jedoch die Möglichkeit, auf die Steu­er­be­freiung zu verzichten. In diesem Fall erfolgt die Besteuerung nach den allge­meinen Grund­sätzen (steu­er­pflichtige Umsätze verbunden mit dem Recht auf Vorsteu­er­abzug nach § 12 UStG).  Von Vorteil ist ein solcher Verzicht vor allem, wenn jemand seine Leis­tungen (Liefe­rungen oder sonstige Leis­tungen) über­wiegend an zum Vorsteu­er­abzug berech­tigte Unter­nehmer erbringt.

Die neue Umsatz­grenze ist wieder eine Netto­grenze. Das bedeutet, dass der Klein­un­ter­nehmer die entspre­chende Umsatz­steuer (10%, 20% oder 13%, je nach Art der Erlöse) noch zusätzlich einnehmen kann, bevor er die tatsäch­liche Grenze über­schreitet.