Die hohen Anschaf­fungs­kosten der Elek­tro­fahr­zeuge waren bisher oft ein Hindernis, bei der Über­legung sich ein Elek­troauto anzu­schaffen. Wirt­schaftlich betrachtet rechnete es sich in vielen Fällen nicht. Hinzu kamen die geringe Reich­weite und das geringe Angebot an E‑Tankstellen. Zumindest was die Anschaf­fungs­kosten betrifft, lohnt es sich für Unternehmer-/innen mitt­ler­weile etwas anders darüber zu denken, trotz immer noch hohen Listen­preisen. 

Aktuelle Förde­rungen

Bis Jahresende und Lieferung binnen 24 Wochen nach Antrags­stellung steht, bei Erfüllung gewisser Voraus­set­zungen, eine staat­liche Umwelt­för­derung iHv. 5.000 Euro zu. Plug-in-Hybride und Range Extender werden mit 2.500 Euro unter­stützt. Mehr Infos dazu unter: https://www.umweltfoerderung.at/betriebe/foerderungsaktion-e-mobilitaet-fuer-betriebe-2019–2020/navigator/fahrzeuge/aktion-e-mobilitaet-fuer-betriebe-2019–2020.html

Zusätzlich erhalten Unter­nehmer für zwischen dem 1.8.2020 und dem 28.02.2021, bestellten Elek­tro­fahr­zeugen eine Inves­ti­ti­ons­pämie iHv. 14 % der Anschaf­fungs­kosten. Plug-in-Hybride und Range Extender werden hier mit 7 % der Anschaf­fungs­kosten gefördert. Die Umwelt­för­derung und die Inves­ti­ti­ons­prämie schließen einander nicht aus. Die Inves­ti­ti­ons­prämie ist steu­erfrei und redu­ziert aufgrund ausdrück­licher Anordnung nicht die Abschrei­bungs­be­mes­sungs­grundlage. Mehr Infos dazu unter: https://www.remm-steuerberatung.at/covid-19-investitionspraemie/

Betrieb­liche Betrachtung

Hat man sich nun ein durch obige Förde­rungen vergüns­tigtes E‑Auto ange­schafft, wird die betrieb­liche Betrachtung inter­essant. Seit 1.7.2020 können emis­si­ons­freie Fahr­zeuge degressiv abge­schrieben werden. Diese Abschreib­mög­lichkeit gilt jedoch nur für Fahr­zeuge mit 0 Gramm Emis­si­onswert. Jedes Jahr kann das Fahrzeug um 30 % vom jewei­ligen Buchwert abge­schrieben werden, während Fahr­zeuge mit Verbren­nungs­motor weiterhin über acht Jahre, linear abge­schrieben werden müssen.

Sind die Unternehmer-/innen zum Vorsteu­er­abzug berechtigt, steht für Elek­tro­fahr­zeuge bei Brut­to­an­schaf­fungs­kosten bis zu 40.000 Euro der volle Vorsteu­er­abzug zu, bei Brut­to­an­schaf­fungs­kosten bis 80.000 Euro steht eben­falls der volle Abzug zu, für den Teil zwischen 40.000 und 80.000 Euro ist jedoch eine Eigen­ver­brauchs­be­steuerung vorzu­nehmen. 

Kauft sich ein Unternehmer/eine Unter­neh­merin ein Elek­troauto um 40.000 Euro brutto, verbleibt ein Netto­betrag von 33.333 Euro: Davon sind die Umwelt­för­derung von 5.000 Euro und die Inves­ti­ti­ons­prämie iHv. 14 % (4.667 Euro) abzu­ziehen. An tatsäch­lichen Kosten verbleiben 23.667 Euro, wobei die Abschrei­bungs­basis bei 28.333 Euro bleibt (Netto­betrag abzgl. Umwelt­för­derung). 

Möchte der Unter­nehmer bzw. die Unter­neh­merin hingegen das KFZ mit 0 CO2-Ausstoß den Mitarbeiter/-innen über­lassen, ist kein Sach­bezug anzu­setzen. Dies gilt auch für Fahr­räder, E‑Bikes, E‑Roller, usw. jedoch nicht für Hybrid­fahr­zeuge. Während­dessen unter­liegen Fahr­zeuge mit Verbren­nungs­motor weiterhin einem Sach­bezug in der Sozi­al­ver­si­cherung und der Lohn­steuer. So wären beispiels­weise bei einem Diesel/Benziner im Wert von 20.000 Euro, 400 Euro monatlich als Sach­bezug anzu­setzen, was zu einer erhöhten Lohn­steuer und zur Erhöhung der SV-Beiträge führt. 

Zusätzlich sind Fahr­zeuge mit weniger als 90 g CO2/km, darunter fallen auch die meisten Hybrid­fahr­zeuge, von der NoVA ausge­nommen. Fahr­zeuge mit Elektro- und Verbren­nungs­motor (Hybrid) sind bei der motor­be­zo­genen Versi­che­rungs­steuer nur für den verbren­nungs­mo­to­ri­schen Anteil steu­er­pflichtig. 

Von diesen Stand­punkten aus betrachtet ist es eine Über­legung wert, bestehende KFZ auszu­tau­schen oder bei Neuan­schaffung an die Möglichkeit eines E‑Autos zu denken. Wem jedoch die Reich­weite wichtig ist, setzt viel­leicht besser auf ein sehr spar­sames Hybrid­fahrzeug.