In 2022 gibt es erstmals die Möglichkeit pauschal ein Arbeitszimmer-Pauschale geltend zu machen. Dies ist insofern notwendig, als dass bisher nur unter strengen Voraus­set­zungen (eigens abge­trennter Raum, reine beruf­liche Tätigkeit etc.) ein Arbeits­zimmer steu­erlich absetzbar war. Nun reagiert das Bundes­mi­nis­terium für Finanzen jedoch auf die verän­derte Arbeitswelt und ermög­licht in 2022 eine leichtere Absetz­barkeit von Homeoffice-Kosten für Selbst­ständige. Allge­meine Voraus­setzung für das Pauschale ist, dass es keinen anderen Raum außerhalb der Wohnung gibt, der für die betrieb­liche Tätigkeit des Selbst­stän­digen zur Verfügung steht.

Es wird zwischen dem kleinen und dem großen Arbeits­platz­pau­schale unterschieden.

Kleines Arbeits­platz­pau­schale

Das kleine Pauschale beträgt 300 Euro pro Jahr und gilt für alle selb­ständig Erwerbs­tä­tigen, deren wesent­liche Erwerbs­ein­künfte unter 11.000 Euro jährlich liegen und für deren rest­liche Erwerbs­ein­künfte ein anderer Raum außerhalb der Wohnung zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass jemand das kleine Pauschale für seine selb­ständige Tätigkeit geltend machen kann, obwohl er noch einer anderen Tätigkeit nachgeht, für die ihm ein Büro oder sonstige Räum­lich­keiten zur Verfügung stehen. Wird das kleine Arbeits­platz­pau­schale ange­setzt, können zusätzlich Ausgaben für ergo­no­misch geeignete Möbel, insbe­sondere Schreib­tisch, Dreh­stuhl und Lampe bis zu 300 Euro pro Jahr zusätzlich steu­erlich abge­setzt werden.

Großes Arbeits­platz­pau­schale

Das große Arbeits­platz­pau­schale beträgt 1.200 Euro pro Jahr und steht selb­stän­digen Erwerbs­tä­tigen zu, wenn diese ihr Einkommen haupt­sächlich aus ihrer Tätigkeit Zuhause beziehen. Zusätz­liche Einkünfte, die außerhalb der Wohnung erzielt werden, dürfen daher nicht mehr als 11.000 Euro jährlich betragen. Hier darf der Erwerbs­tätige also keiner anderen Tätigkeit über 11.000 Euro Einkommen im Jahr nach­gehen, für die ein Büro zur Verfügung steht.

Wie viel man als Selb­ständig erwerbs­tätige Person verdient, ist dabei irrelevant; das Pauschale steht demnach bei jedem Einkom­menshöhe zu, sofern die anderen Voraus­set­zungen vorliegen. Werden mehrere Tätig­keiten Zuhause ausgeübt, steht das Pauschale nur einmal zu, hier muss man sich entscheiden, für welche Tätigkeit man das Pauschale ansetzt.

Falls Sie dazu noch Fragen haben oder am Beginn Ihrer selb­stän­digen Tätigkeit stehen und eine steu­er­liche Beratung benö­tigen, stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.