Anglei­chungen zwischen Arbeitern und Ange­stellten im Vormarsch

7. Januar 2018 | Für Unter­nehmer

Im Arbeits­recht bestehen immer noch Unter­schiede zwischen Arbeitern und Ange­stellten, diese sollen jedoch in den kommenden Jahren weitest­gehend ange­glichen werden. Einige Ände­rungen werden erst per 1.1.2021 in Kraft treten. Auf diese wird in diesem Beitrag noch nicht näher einge­gangen.

 

Im Jahr 2018 ändern sich folgende Punkte:

 

  1. Bisher waren Ange­stellte, bei denen die verein­barte Teil­zeit­arbeit weniger als ein Fünftel der Normal­ar­beitszeit betrug, vom Kündi­gungs­recht des Ange­stell­ten­gesetz ausge­nommen. Diese Ausnahme gilt nicht mehr.

 

  1. Bei der Entgelt­fort­zahlung im Kran­ken­stand und nach einem Arbeits­unfall gibt es einige Anglei­chungen zwischen Arbeitern und Ange­stellten. Die Rege­lungen gelten für Arbeits­jahre, die nach dem 30.6.2018 beginnen. Der Anspruch auf Entgelt­fort­zahlung pro Arbeitsjahr beträgt ab diesem Zeit­punkt einheitlich

 

  • Im ersten Arbeitsjahr sechs Wochen in voller und weitere vier Wochen in halber Höhe
  • Nach dem ersten bis zum 15. Arbeitsjahr acht Wochen in voller und weitere vier Wochen in halber Höhe
  • Nach dem 15. bis zum 25. Arbeitsjahr zehn Wochen in voller und weitere vier Wochen in halber Höhe
  • Nach dem 25. Arbeitsjahr zwölf Wochen in voller und weitere vier Wochen in halber Höhe

 

  1. Für die Entgelt­fort­zahlung nach einem Arbeits­unfall gibt es jetzt auch für Ange­stellte ein vom Anspruch wegen Krankheit unab­hän­giges Kontingent.

 

  1. Lehr­linge haben einen Anspruch auf Entgelt­fort­zahlung bei Krankheit auf acht Wochen in voller und weitere vier Wochen in halber Höhe. Dies gilt für Lehr­jahre, die ab 30.6.2018 beginnen.

 

  1. Ab 1.1.2018 muss der Arbeit­geber die Berufs­schul­in­ter­nats­kosten über­nehmen. Es gibt aller­dings einen Refun­die­rungs­an­spruch. Diesen kann der Arbeit­geber bei der jewei­ligen Lehr­lings­stelle geltend machen.