Nachdem einer der Schritte in der Bekämpfung der Corona-Pandemie ist, die Arbeit­nehmer nicht zusätz­lichem Risiko auszu­setzen und zu verhindern, dass sich das Virus weiter verbreitet wurden viele Arbeit­nehmer zur Errei­chung dieses Zieles, ins Home­office geschickt.
Besonders inter­na­tional tätige Arbeit­nehmer nahmen von dieser Möglichkeit Gebrauch, immerhin war und ist eine Über­querung der Grenzen derzeit schwie­riger denn je. Zwischen den verschie­densten Ländern gab es schon immer Abkommen darüber, welches Land die Besteuerung vornehmen darf. Arbeiten nun Arbeit­nehmer die eigentlich in Deutschland im Büro sitzen würden, nun aber in Öster­reich vom Home-Office aus stellt sich die Frage nach der Besteuerung komplett neu. Deutschland und Öster­reich haben dazu eine entspre­chende Verein­barung getroffen.

Wichtig dabei ist, dass es einen Unter­schied macht, ob ein Arbeit­nehmer seine Tätigkeit innerhalb der Grenzzone verrichtet oder außerhalb der Grenzzone arbeitet und dann wieder nach Öster­reich zurück­kehrt.

Grenzzone:

Damit wird ein Bereich bezeichnet in dem ein Grenz­gänger lebt und arbeitet. Der Bereich umfasst jeweils 30 km Luft­linie von der Grenze.

Richtige Grenz­gänger“ innerhalb der Zone werden wie bisher besteuert, es wird nach dem neuen Doppel­be­steue­rungs­ab­kommen fingiert, dass der Arbeit­nehmer täglich über die Grenze fährt, obwohl er sich im Home-Office befindet.

So wurde unter anderem vereinbart, dass Arbeitstage die wegen COVID-19 im Home­office verbracht werden müssen, so ange­sehen werden als wären sie im Vertrags­staat verbracht worden, in dem der Arbeit­nehmer seine Tätigkeit verrich­tetet hätte, wäre er nicht von den COVID-19 Maßnahmen betroffen. An der Besteuerung des Grenz­gängers ändert sich somit durch diese Verein­barung nichts und dies obwohl er seinen Ansäs­sig­keits­staat für die Arbeit nie verlässt. 

Für Arbeitstage, die unab­hängig von dieser Maßnahme im Home-Office verbracht worden wären, gilt diese Verein­barung nicht. 

Arbeit­nehmer, die in Deutschland außerhalb der Grenzzone arbeiten, müssen, um weiterhin in Deutschland besteuert zu werden eine an den Arbeit­geber und an das zuständige Finanzamt des Ansäs­sig­keits­staates erstatten. Mit Mitteilung erklärt sich der Arbeit­nehmer auto­ma­tisch damit einver­standen, dass der jeweilige Arbeitslohn in dem Vertrags­staat, in dem er ohne Home­office gear­beitet hätte, auch tatsächlich besteuert wird.

Außerdem werden Bezüge die ein Arbeit­nehmer aus Kurz­ar­beits­un­ter­stützung in Öster­reich oder durch Zahlung des Kurz­ar­bei­ter­geldes in Deutschland erhält im jeweils anderen Staate als Bezüge aus der gesetz­lichen Sozi­al­ver­si­cherung quali­fi­ziert und unter­liegen somit nicht einer Doppel­be­steuerung.

Gerade für ein Bundesland wie Vorarlberg, mit vielen Grenz­gängern, sind solche Rege­lungen wichtig. Es bleibt abzu­warten, ob weitere Abkommen zwischen Öster­reich und anderen Ländern folgen werden.