Spenden und deren Absetz­barkeit – Anlassfall Ukrainekrieg

Gerade in Anbe­tracht der aktu­ellen huma­ni­tären Krise durch den russi­schen Angriffs­krieg stellt sich erneut die Frage nach der Absetz­barkeit von Spenden. Im Folgenden werden verschiedene Möglich­keiten präsen­tiert, wie Spenden steu­er­wirksam Berück­sich­tigung finden.

Spenden mit Werbewirksamkeit

Im Zuge der Hoch­was­ser­ka­ta­strophe 2002 wurde ein abzugs­fä­higer Spen­den­tat­be­stand im EStG einge­führt, der bestimmt, dass Geld- oder Sach­auf­wände im Zusam­menhang mit einer Kata­strophe abzugs­fähig sind, sofern ein Werbe­effekt eintritt. Die zuerst auf Hochwasser‑, Erdrutsch- Vermurung und Lawi­nen­schäden begrenzte Kata­stro­phen­ab­zugs­fä­higkeit wurde durch die Richt­linien der Finanz mitt­ler­weile um einiges erweitert. Nun finden sich in diesem Zusam­menhang auch Kata­strophen wie Sturm­schäden, Erdbeben, Terror­an­schlag, Seuchen, Kriege oder Flücht­lings­wellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich diese Ereig­nisse im In- oder Ausland zutragen.

Der Spen­den­abzug ist betraglich nicht begrenzt oder von der Erzielung von Vorjah­res­ge­winnen abhängig. Durch die Spende kann auch ein Verlust entstehen, der vortrags­fähig ist. Die einzig vorge­schriebene Voraus­setzung der Werbe­wirk­samkeit ist relativ leicht nach­zu­weisen. So wird es bereits als werbe­wirksam ange­sehen, wenn auf der Homepage, durch Auflage im Geschäft, Aufkleber am Auto oder Bericht­erstattung an Kunden und Klienten auf die Spende hinge­wiesen wird. Auch in digi­taler Form auf Twitter, Instagram etc. ist die Darstellung möglich.

Sach­spenden werden mit dem Marktwert bewertet, unent­gelt­liche Nutzungs­mög­lich­keiten wie zB. die Zurver­fü­gung­stellung von Trans­port­mitteln oder Frei­stellung von Mitar­beitern zur Mithilfe, sind mit den tatsächlich anfal­lenden Aufwen­dungen zu bewerten.

Spende an begüns­tigte Organisationen

Unab­hängig von der Werbe­wirk­samkeit ist eine Spende an eine begüns­tigte Orga­ni­sation abzugs­fähig. Als begüns­tigte Orga­ni­sa­tionen sind jene anzu­sehen, die entweder im Gesetz aufge­führt werden oder lt. BMF als begünstigt anzu­sehen sind (https://service.bmf.gv.at/service/allg/spenden/show_mast.asp). Direkt im Gesetz aufge­führt sind zB. Univer­si­täten, die österr. Natio­nal­bi­bliothek, Museen von Körper­schaften öffent­lichen Rechts oder frei­willige Feuer­wehren und Landesfeuerwehrverbände.

Die Spende an begüns­tigte Orga­ni­sa­tionen ist jedoch betraglich wie folgt begrenzt:

  • Bei Betriebs­aus­gaben sind höchstens 10% des steu­er­lichen Gewinns vor Berück­sich­tigung der Zuwen­dungen gem. § 4b und 4c EStG und des Gewinn­frei­be­trags möglich
  • Bei Sonder­aus­gaben (im Privat­be­reich) sind 10% des Gesamt­be­trags der Einkünfte absetzbar. Zu den 10% bei den Sonder­aus­gaben werden jedoch bereits berück­sich­tigte Spenden als Betriebs­aus­gaben angerechnet.

Spenden im Privatbereich

Wie bereits erwähnt sind Spenden im Privat­be­reich nur als Sonder­ausgabe abzugs­fähig. Zudem müssen sie zwingend in Geldform (keine Sach­spenden) erfolgen und elek­tro­nisch vom begüns­tigen Verein gemeldet werden.