Voraus­set­zungen für den Vorsteu­er­abzug einer Rechnung

19. September 2018 | Für Unter­nehmer

Formelle Fehler einer Rechnung können seit längerer Zeit im Nach­hinein korri­giert werden, damit der Auftrag­geber auf die erbrachte Lieferung oder sonstige Leistung einen Vorsteu­er­abzug erhält. Wenn es jedoch an mate­ri­ell­recht­lichen Voraus­set­zungen mangelt, dann wird der Vorsteu­er­abzug vom Finanzamt versagt. Was bedeutet dies konkret?

Auch die jüngste EuGH-Rechtssprechung verlangt als mate­ri­ell­recht­liche Voraus­setzung, dass eine Lieferung oder sonstige Leistung konkre­ti­sierbar ist. Es muss aus der Rechnung oder zumindest aus den nach­träglich beigebrachten Infor­ma­tionen möglich sein, fest­zu­stellen, ob über­haupt eine Lieferung oder sonstige Leistung für die verrech­neten Entgelte erbracht wurde.

Als Beispiel wird vom Bundes­fi­nanz­ge­richt eine Rechnung mit der Leis­tungs­be­zeichnung »Reini­gungs­ar­beiten« aufge­führt. Hier fehlt defi­nitiv Art und Umfang der erbrachten Dienst­leistung. Daher hat das Finanzamt in so einem Falle beispiels­weise das Reini­gungs­pro­tokoll als taug­lichen Nachweis zu verlangen. Steht auf diesem Reini­gungs­pro­tokoll beispiels­weise »Gara­gen­rei­nigung« oder »Grund­rei­nigung« und fehlen Angaben, was unter einer Grund­rei­nigung zu verstehen ist, auf welche Gebäu­de­teile oder welche Adresse, dass sich diese bezieht, dann kann kein Vorsteu­er­abzug gewährt werden. Ebenso muss auf der Rechnung oder den Proto­kollen / Liefer­scheinen, ange­führt sein, wie viele Personen wie lange tätig waren. Auch eine Zeit­raum­angabe mit »April« genügt bei dieser Leistung, die ja an einem konkreten Tag erfolgt ist, laut Bundes­fi­nanz­ge­richt nicht für eine Konkre­ti­sierung!

Aus diesen Aussagen folgt, dass bei jeder Rech­nungs­aus­stellung möglichst genau darauf Bedacht genommen werden muss, dass die verrechnete Lieferung oder Leistung so genau als möglich konkre­ti­siert sein muss. Andern­falls schuldet der Rech­nungs­aus­steller die Umsatz­steuer kraft Rech­nungs­legung. Der Leis­tungs­emp­fänger hat jedoch keinen Vorsteu­er­abzug.