Verlust­vor­träge auch bei Einnahmen-Ausgabenrechnern

7. April 2019 | Für Unter­nehmer

Verlust­aus­gleich

Im Regelfall können Verluste mit anderen posi­tiven Einkünften desselben Jahres verrechnet werden. Man spricht daher von einem »Verlust­aus­gleich«. Das EStG sieht jedoch Verlust­aus­gleichs­be­schrän­kungen vor. Beispiels­weise können bestimmte, in der Regel modellhaft aufgrund einer Verlust­be­tei­ligung, entstandene negative Einkünfte vorläufig nicht mit anderen posi­tiven Einkünften ausge­glichen werden, sondern erst mit zukünf­tigen Gewinnen bzw. Über­schüssen aus der gleichen Einkunfts­quelle (§ 2 Abs 2a EStG). Verluste aus privaten Grund­stücks­ver­äu­ße­rungen können nur mit Über­schüssen aus anderen privaten Grund­stücks­ver­äu­ße­rungen ausge­glichen werden. Soweit ein solcher Verlust­aus­gleich nicht möglich ist, können 60 Prozent der Verluste entweder über 15 Jahre verteilt mit Über­schüssen aus Vermietung und Verpachtung ausge­glichen oder auf Antrag im Jahr der Verlust­ent­stehung zur Gänze mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung ausge­glichen werden. Für Verluste aus dem Verkauf von Betriebs­grund­stü­ck­ent­gelten analoge Verrech­nungs­regeln (vorran­giger Ausgleich mit entspre­chenden Grund­stücks­ge­winnen), ein verblei­bender Verlust darf jedoch ab 2016 zu 60 Prozent (statt zuvor zu 50 Prozent) zunächst mit einem Rest­gewinn aus diesem Betrieb, sodann mit anderen Einkünften ausge­glichen werden.

Verlust­vortrag (Verlust­abzug)

Können bei den ersten drei (= betrieb­lichen) Einkunfts­arten ange­fallene Verluste nicht mit ausrei­chend posi­tiven Einkünften im gleichen Jahr ausge­glichen werden, so können sie »vorge­tragen«, das heißt in Folge­jahren als Sonder­aus­gaben abge­zogen werden (§ 18 Abs 6 EStG). Diese Art der Verlust­ver­wertung nennt man »Verlust­vortrag« bzw. »Verlust­abzug«. Dies gilt sowohl für Bilan­zierer als auch Einnahmen-Ausgaben-Rechner, wenn die Verluste durch ordnungs­gemäße Buch­führung bzw. ordnungs­gemäße Einnahmen.Ausgaben-Rechnung ermittelt worden sind.

Die Verluste können zeitlich unbe­grenzt vorge­tragen werden. Für Einnahmen-Ausgaben-Rechner gilt der zeitlich unbe­grenzte Verlust­vortrag aller­dings erst seit der Veran­lagung 2016 in Bezug auf Verluste, die ab dem Kalen­derjahr 2013 entstanden sind.
Um zum steu­er­pflich­tigen Einkommen zu gelangen, sind vom Gesamt­betrag der Einkünfte noch die Sonder­aus­gaben und außer­ge­wöhn­lichen Belas­tungen abzu­ziehen.

Verluste aus Über­schuss­ein­künften (z.B. aus Vermietung und Verpachtung), denen im gleichen Jahr keine entspre­chenden Gewinne oder Über­schüsse gegen­über­stehen, können nicht vorge­tragen werden.

 

Quelle: BMF — Möglich­keiten zur Verlust­ver­wertung