Echte Feri­al­prak­ti­kanten

Mit »echten« Feri­al­prak­ti­kanten meint man Schüler und Studenten, die im Rahmen ihres Lehr­plans vorge­schriebene Praktika absol­vieren und dafür weder Geld- noch Sach­bezüge erhalten. Sie sind während ihrer Tätigkeit im Rahmen der Schüler/Studentenunfallversicherung versi­chert. Der jeweilige Dienst­geber hat keine Beiträge zu leisten. Echte Feri­al­prak­ti­kanten können das ganze Jahr über ihr Prak­tikum absol­vieren. Kenn­zeichnend ist, dass es sich nach­weislich um Schüler/Studenten einer bestimmten Fach­richtung handelt, die im Betrieb entspre­chend dieser Fach­richtung einge­setzt werden. Die Dauer sowie die Tätigkeit im Betrieb muss sich am Ausbil­dungs­zweck und den Ausbil­dungs­vor­schriften orien­tieren. Der Feri­al­prak­tikant erhält, wie erwähnt, keinen Lohn oder Gehalt und hat dadurch auch keine persön­liche Arbeits­pflicht, keine Weisungs- und keine Kontroll­un­ter­wor­fenheit. 

Sobald ein Schüler/Student in persön­licher Abhän­gigkeit beschäftigt wird oder ein Taschengeld, das der Lohn­steu­er­pflicht unter­liegt (ab 11.000 €), ausbe­zahlt bekommt, müssen auch Prak­ti­kanten bei der Gesund­heits­kasse ange­meldet werden. 

Im Bereich des Hotel- und Gastro­no­mie­ge­werbes gibt es folgende Beson­der­heiten:

  • Durch ein Feri­al­prak­tikum wird immer ein Dienst­ver­hältnis begründet, ein Volun­tariat ist ausge­schlossen
  • Es ist der entspre­chende Kollek­tiv­vertrag anzu­wenden. Prak­ti­kanten sind als Arbeiter bzw. Ange­stellte abzu­rechnen. 

Prak­ti­kanten mit Hoch­schul­aus­bildung bzw. in Ausbildung

Bei den Prak­ti­kanten mit Hoch­schul­aus­bildung bzw. in Ausbildung wird zwischen zwei Gruppen unter­schieden. Zum ersten gibt es die Prak­ti­kanten gemäß § 4 Abs 1 Z 4 ASVG, die bereits eine Hoch­schul­aus­bildung abge­schlossen haben. Zum Beispiel könnten das Rechts­prak­ti­kanten, Unter­richts­prak­ti­kanten oder Psycho­logen in Ausbildung sein. 

Hier gilt es immer zu prüfen, ob eine persön­liche und wirt­schaft­liche Abhän­gigkeit vorliegt. Ist dies der Fall, hat eine Anmeldung als Dienst­nehmer zu erfolgen. Auch Beiträge zur BV sind abzu­führen, wenn die Beschäf­tigung die Dauer eines Monats über­steigt. Wird kein Entgelt bezahlt, ist als Beitrags­grundlage ein monat­licher Arbeits­ver­dienst von 895,80 € heran­zu­ziehen. 

Prak­ti­kanten mit Hoch­schul­aus­bildung unter­liegen immer der Voll- und Arbeits­lo­sen­ver­si­cherung. Auch dann, wenn kein Dienst­ver­hältnis vorliegt oder sie nur geringes Entgelt (unter Gering­fü­gigkeit) beziehen. 

Die zweite Gruppe sind Prak­ti­kanten gem. § 4 Abs 1 Z 5 ASVG. Damit sind Schüler gemeint die auf Grund folgender Gesetze in Ausbildung stehen:

  • Ausbildung zum geho­benen Dienst für Gesundheits- und Kran­ken­pflege (GuKG)
  • Ausbildung zu einem medi­zi­ni­schen Assis­tenz­beruf (MABG)
  • Studie­rende an einer medizinisch-technischen Akademie (MTD-Gesetz)

Diese Gruppe ist unter der Beschäf­tig­ten­gruppe Kran­ken­pfle­ge­schüler bzw. Studie­rende nach dem MTD-Gesetz oder Hebam­men­gesetz abzu­rechnen. Auch hier wird die Beitrags­grundlage von 895,80 € im Monat heran­ge­zogen, falls kein oder nur ein geringes Entgelt bezahlt wird. 

 Falls Sie genauere Infor­ma­tionen zu diesem Thema benö­tigen, können wir Ihnen gerne beratend zur Seite stehen.