Die (Online-)Gewerbeanmeldung

Auch wenn die Bean­tragung der Gewer­be­be­rech­tigung auf den ersten Blick einfach erscheint, sind doch einige Details bei der Anmeldung zu beachten. Fehler bei der Antrags­ein­bringung können dazu führen, dass die Ausübung der gewerb­lichen Tätigkeit erst später begonnen werden kann. Gute Gründe um sich mit der Gewer­be­an­meldung genauer ausein­an­der­zu­setzen.

Grund­sätz­liches

Die Gewer­be­ordnung 1994 stellt die Rechts­grundlage dar und gilt für alle gewerbs­mäßig ausge­übten und nicht gesetzlich verbo­tenen Tätig­keiten. Gewerbs­mäßig wird eine Tätigkeit ausgeübt, wenn sie selb­ständig, regel­mäßig und in der Absicht betrieben wird, einen Ertrag oder sons­tigen wirt­schaft­lichen Vorteil zu erzielen. Dabei versteht man unter Selb­stän­digkeit, dass die Tätigkeit auf eigene Rechnung und Gefahr ausgeübt werden muss.

Die Anmeldung erfolgt kostenlos bei der Bezirks­haupt­mann­schaft am jewei­ligen Gewer­be­standort. Die Gewer­be­an­meldung kann als Antrag in Papierform oder digital einge­bracht werden. Seit 2015 ist die Signatur des Online-Antrags mit der Bürger­karte möglich. Durch eine Novelle 2017, die die Stärkung der Wett­be­werbs­fä­higkeit zum Ziel hatten, erhält man seit 2018 zusätzlich zur Berech­tigung auch die soge­nannte Gewer­be­lizenz. Der Unter­schied besteht darin, dass durch die Lizenz ein Recht auf die Ausübung einer Tätigkeit erlangt wird, während die Gewer­be­be­rech­tigung lediglich zur Ausübung eines Gewerbes berechtigt.

Wichtig bei der Antrags­stellung ist, sich zu fragen, ob die Tätigkeit am jewei­ligen Gewer­be­standort auch zulässig ist. Hier spielt die örtliche Flächen­widmung der jewei­ligen Gemeinde eine Rolle, besonders, wenn für die Ausübung der Tätigkeit Gebäude bzw. Betriebs­an­lagen erfor­derlich sind, wie zB. bei einer Werk­stätte. Ist für die Ausübung einer gewerb­lichen Tätigkeit eine Betriebs­anlage notwendig, ist zu beachten, dass für diese eine Betriebs­an­la­gen­ge­neh­migung durch die Bezirks­ver­wal­tungs­be­hörde erfor­derlich ist, da ansonsten kein Gewerbe ausgeübt werden darf.

Für die Gewer­be­an­meldung in Öster­reich ist ein Wohnsitz in Öster­reich erfor­derlich, es sei denn, man ist Staatsangehörige/r des EWR oder der Schweiz. Ein weiterer wich­tiger Punkt stellt die Voraus­setzung einer Haft­pflicht­ver­si­cherung dar, die für bestimmte Gewerbe (zB Baumeister) abge­schlossen werden muss.

Die digitale Gewer­be­an­meldung erfolgt sodann über das GISA (www.gisa.gv.at). Alle Angaben zum Gewer­b­e­inhaber, sowie die Wahl des Gewer­be­wort­lautes können über diese Seite online einge­tragen werden. Optional können auch Gewer­be­aus­schlie­ßungs­gründe genannt werden und gleich­zeitig ein Antrag auf Nach­sicht vom Gewer­be­aus­schluss bei der Bezirks­ver­wal­tungs­be­hörde gestellt werden. Nach Einholen aller Infor­ma­tionen und Vorbe­reitung der erfor­der­lichen Unter­lagen steht der Gewer­be­an­meldung nichts mehr im Wege. Falls Sie weitere Unter­stützung benö­tigen, stehen wir unseren Klienten gerne jederzeit zur Verfügung!