Wich­tigste Eckpunkte bei der Home-Office-Regelung:

Frei­wil­ligkeit: Home-Office darf dem Arbeit­nehmer nicht aufge­zwungen werden, bedeutet jedoch im Umkehr­schluss, dass der Arbeit­nehmer kein Rechts­an­spruch auf Home-Office-Arbeit hat. Bisher wurde für Home-Office immer Frei­wil­ligkeit voraus­ge­setzt, das soll auch weiterhin so bleiben. Auch COVID-19 hat an dieser Voraus­setzung nichts geändert, einzig für COVID-19-Risikogruppen gibt es spezielle Ausnahmen für die jedoch ein spezi­elles COVID-19-Risikoattest benötigt wird. 

Schrift­lichkeit: Home-Office konnte bisher sowohl mündlich als auch schriftlich zwischen Arbeit­geber und Arbeit­nehmer vereinbart werden. Die neuesten Gespräch ließen jedoch verlauten, dass für Home-Office zukünftig die schrift­liche Form vorge­sehen werden soll und innerhalb einer einmo­na­tigen Frist wider­rufen werden kann. Nähere Rege­lungen dazu werden im Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG) folgen.

Betriebs­ver­ein­barung: Den Betrieben wird empfohlen, eine Betriebs­ver­ein­barung mit den entspre­chenden Home-Office-Regeln zu treffen. Darin sollen dann die Arbeits­zeiten und dergleichen genauer geregelt werden. Die Liste der frei­wil­ligen Betriebs­ver­ein­ba­rungen nach § 97 ArbVG soll dazu erweitert werden. 

Arbeitszeit im Home-Office: In den Arbeitszeit- und Arbeits­ru­he­be­stim­mungen ändert sich hingegen nichts. Eine Flexi­bi­li­sierung oder Ausnah­me­re­gelung für Arbeit im Home-Office wurde nicht vorge­sehen. Der Arbeit­nehmer kann sich deshalb auf die gesetz­lichen Höchst­ar­beits­zeiten als Maxi­mal­grenze stützen, ist jedoch in der freien Verteilung seiner Arbeitszeit einge­schränkt. Für indi­vi­duelle Verein­ba­rungen muss mit dem Arbeit­geber Rück­sprache gehalten werden. 

Unfall­ver­si­cherung: Hier soll es zu einer voll­stän­digen Synchro­ni­sierung zwischen Arbeits­platz und Home­office kommen. Damit soll der Arbeit­nehmer im Home-Office stärker geschützt werden und das auch nach der Corona-Krise. So werden Wegun­fälle vom Home­office in die Arbeits­stätte, zu einem Arzt­termin, einer Inter­es­sen­ver­tretung oder der Weg zur Schule/Kindergarten ihres Kindes und zurück, von der Unfall­ver­si­cherung, geschützt. 

Haftung: Für Schäden die an Arbeits­mitteln, durch den Arbeit­nehmer oder seine Haus­tiere entstanden sind haftet der Arbeit­nehmer selbst.

Arbeit­neh­mer­schutz: Die Arbeit­neh­mer­schutz­be­stim­mungen gelten auch für den Bereich im Home-Office und müssen somit auch im privaten Haushalt beachtet werden. Eine Über­prüfung durch das Arbeits­in­spek­torat ist jedoch mangels Betre­tungs­recht für private Wohnungen nicht möglich. Jedoch hat der Arbeit­geber seine Arbeit­nehmer in den Arbeit­neh­mer­schutz­be­stim­mungen entspre­chend zu unter­weisen. 

Arbeits­mittel: Arbeits­mittel werden grund­sätzlich vom Arbeit­geber gestellt. Der Arbeit­nehmer kann auch seine eigenen Arbeits­mittel verwenden, muss dafür jedoch eine Abgeltung erhalten. Eine Bereit­stellung von entspre­chenden digi­talen Arbeits­mitteln soll jedoch keinen Sach­bezug darstellen.

Mehr­kosten für den Arbeit­nehmer: Mögliche Mehr­kosten wie Strom etc. sollen durch pauschale 3 € pro Tag vergütet werden, die 3-€-Pauschale ist für die ersten 100 Tage steu­erfrei. Für die Steu­er­freiheit muss ein entspre­chender Nachweis ähnlich wie bei der Taggeld­re­gelung vorgelegt werden können. 

Arbeits­platz­aus­stattung: Für ergo­no­mische Einrich­tungen am Home-Office-Arbeitsplatz werden bis zu 300 € an Werbungs­kosten im Rahmen der Arbeit­neh­mer­ver­an­lagung einge­räumt. Diese Regelung gilt bereits rück­wirkend für die Veran­la­gungen für das Jahr 2020. Gleich­zeitig können aber auch Arbeit­geber den Arbeit­nehmern zur Abgeltung von Mehr­kosten 300 € pro Jahr steu­erfrei zur Verfügung stellen. 

Die gesamten steuer- und sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­lichen Bestim­mungen sind bis vorerst 2023 befristet. Ein genauer Geset­zes­entwurf liegt noch nicht vor.