Abzug­steuer bei auslän­di­schen Künstlern

7. April 2019 | Für Unter­nehmer

Enga­giert ein Unter­nehmer (Musik­ver­an­stalter, Gastwirt oä) einen Künstler oder einen anderen Mitwir­kenden an Unter­hal­tungs­dar­bie­tungen aus dem Ausland, muss er eine Abzug­steuer einbe­halten.

Der öster­rei­chische Veran­stalter muss dem Finanzamt die Höhe der dem Steu­er­abzug unter­lie­genden Beträge (Bemes­sungs­grundlage) melden und die Abzug­steuer bis zum 15. des Folge­monats an das Finanzamt abführen. Dabei gibt es zwei Methoden der Besteuerung.

Brut­to­be­steuerung

Bei Anwendung der Brut­to­be­steuerung beträgt der Steu­ersatz 20 %. Bemes­sungs­grundlage ist der volle Betrag der betref­fenden Einnahmen des auslän­di­schen Künstlers (ohne Umsatz­steuer). Dazu zählen insbe­sondere das unmit­telbare Entgelt sowie die vom öster­rei­chi­schen Musik­ver­an­stalter direkt über­nom­menen oder ersetzten Kosten (z.B. Kosten der Anreise, Hotel­rech­nungen).

Netto­be­steuerung

Wird die Netto­be­steuerung ange­wendet, erhöht sich der Steu­ersatz auf 25%. Voraus­setzung für die Netto­be­steuerung ist, dass der auslän­dische Künstler in einem Mitglied­staat der EU oder des EWR (Liech­ten­stein, Norwegen, Island) ansässig ist. Unter diesen Voraus­set­zungen können zusätzlich die mit dem Entgelt unmit­telbar zusam­men­hän­genden Werbungs­kosten bzw. Betriebs­aus­gaben des auslän­di­schen Künstlers (z.B. Reise­kosten usw.) von der Bemes­sungs­grundlage abge­zogen werden.

Der öster­rei­chische Veran­stalter haftet für die Rich­tigkeit des Steu­er­abzugs und sollte daher im Zwei­felsfall die Brut­to­be­steuerung anwenden. Dann muss der auslän­dische Künstler seine Betriebs­aus­gaben selbst im Rahmen der Erklärung für beschränkt Steu­er­pflichtige geltend machen.

Ausnahmen vom Steu­er­abzug

Der öster­rei­chische Veran­stalter kann unter bestimmten Voraus­set­zungen vom Steu­er­abzug absehen, wenn das ausbe­zahlte Entgelt abzüglich Kosten­er­sätze maximal € 1.000 beträgt und die vom auslän­di­schen Künstler in Öster­reich erzielten Einkünfte pro Jahr insgesamt nicht mehr als € 2.000 betragen. Außerdem sind im Einzelfall auch immer die Doppel­be­steue­rungs­ab­kommen zu prüfen, ob eine andere Regelung vorsehen ist.