Digi­tal­steuer

18. Februar 2020 | Für Unter­nehmer

Digi­ta­li­sierte Werbe­leis­tungen mit Inlands­bezug sind ab 01.01.2020 durch die Digi­tal­steuer mit 5% erfasst, dies wurde vom Natio­nalrat am 19.9.2019 mehr­heitlich beschlossen. Durch die Schaffung des Digi­tal­steu­er­gesetz 2020 (DiStG 2020) gab es weit­rei­chende Bestim­mungen, die die Besteuerung der „Online­wer­be­leis­tungen“ regeln.

Damit die Steuer nur Inlands­leis­tungen erfasst und nicht etwa auch auslän­dische Werbe­leis­tungen, stellt der Gesetz­geber auf die IP-Adresse des Empfängers ab. Das bedeutet, dass eine Online­wer­be­leistung im Inland erbracht ist, wenn sie auf dem Empfangs­gerät eines Nutzers mit inlän­di­scher IP-Adresse empfangen wird und sich die Gestaltung und deren Inhalt an inlän­dische Nutzer richtet. Der Standort soll außerdem auch durch Geoor­tungs­in­stru­mente soge­nanntes Geotar­geting oder durch Geolo­kation ermittelt werden können.

Bei Online­wer­be­leis­tungen ist es überdies nicht erfor­derlich, dass der Nutzer die Werbung optisch und/oder akus­tisch wahr­nimmt.

Wird beispiels­weise ein Öster­reich Banner auf der Homepage eines auslän­di­schen Mediums ange­zeigt, handelt es sich dabei um sonstige Werbe­leis­tungen mit einem Öster­reich Bezug, die eben­falls neben der oben beschrie­benen indi­vi­dua­li­sierten Online­wer­be­leistung erfasst wird. Sind diese Banner jedoch für alle, auch für auslän­dische Nutzer ersichtlich, kommt es zu keiner Erfassung auch wenn das jeweilige Produkt nur in Öster­reich erworben werden kann.

Bei einer „inter­na­tio­nalen Misch­werbung“ die sowohl in- als auch auslän­dische User anspricht unter­liegt nur der Teil der Digi­tal­steuer, der von der inlän­di­schen IP-Adresse empfangen wird.

Es soll aber nicht zu einer Doppel­be­steuerung mit Werbe­abgabe und Digi­tal­steuer kommen, dies wurde durch § 3 DiStG klar­ge­stellt. Somit können Ausgaben für bestimmte Vorleis­tungen die Bemes­sungs­grundlage der Digi­tal­steuer vermindern.

Steu­er­schuldner ist der Online­wer­be­leister, der in § 2 DiStG defi­niert wurde. Online­wer­be­leister sind demnach Unter­nehmen, die Online­wer­be­leis­tungen gegen Entgelt erbringen oder dazu beitragen und innerhalb eines Wirt­schafts­jahres einen welt­weiten Umsatz von zumindest 750 Mio. Euro und im Inland zumindest 25 Mio. Euro Umsatz aus der Durch­führung von Online­wer­be­leis­tungen erzielen.

Auch auf die verschärften Daten­schutz­vor­schriften wurde Bedacht genommen. So müssen allen­falls benö­tigte perso­nen­be­zogene Daten anony­mi­siert gespei­chert werden und die Über­mittlung an die Abga­ben­be­hörde jeden­falls in anony­mi­sierter Form erfolgen. Zur Aufzeichnung gemäß § 6 Abs 2 DiStG sind nur Unter­nehmen verpflichtet, die die Umsatz­grenzen nach § 2 DiStG über­schreiten. Jedoch muss auf Anfrage das Nicht­vor­liegen entspre­chend nach­ge­wiesen und glaubhaft gemacht werden können.

Als Steu­er­be­ra­tungs­kanzlei unter­stützen wir Sie gerne im Zusam­menhang mit der Digi­tal­steuer und können in der Kommu­ni­kation mit den Behörden behilflich sein. Egal ob es sich um die Abfuhr oder den Nachweis des Nicht­vor­liegens einer Steu­er­schuld handelt, wir sind in der Lage eine passende Lösung für Sie zu finden.