Vorsteu­er­abzug trotz fehler­hafter Rechnung

15. Dezember 2016 | Für Unter­nehmer

Lange Zeit hat die Finanz bei Prüfungen den Vorsteu­er­abzug aufgrund fehlender Rech­nungs­merkmale auf der Rechnung des Liefe­ranten versagt. Nun gibt es ein aktu­elles EuGH Urteil dazu (15.9.2016, Barlis 06, C‑516/14). Voraus­setzung für den Vorsteu­er­abzug ist, dass die mangel­haften oder fehlenden Rech­nungs­merkmale berichtigt werden. In diesem Fall kann der Vorsteu­er­abzug bereits im Jahr der Rech­nungs­aus­stellung erfolgen.

Die mate­ri­ellen Voraus­set­zungen (zB tatsäch­liche Lieferung der Ware, Erfüllung der Dienst­leistung) müssen dabei natürlich gegeben sein.

Die Nicht­be­achtung der formellen Voraus­set­zungen einer Rechnung kann dennoch zu Sank­tionen in Form einer Strafe führen. Jedoch geht laut EuGH der voll­ständige Entfall des Vorsteu­er­ab­zuges über das hinaus, was mit der Schwere des Verstoßes in ange­mes­senem Verhältnis steht.