Verrechnung von ärzt­lichen Sonder­ge­bühren

27. Mai 2017 | Für Gesund­heits­berufe

Primar‑, Assistenz‑, oder Turnus­ärzte, die bei einer Kran­ken­an­stalt ange­stellt sind, erhalten für gewöhnlich für Sonderklasse-Patienten eine Sonder­gebühr. Steu­erlich stellt sich nun die Frage, ob diese Sonder­ge­bühren nun Einkünfte aus selbst­stän­diger oder unselbst­stän­diger Tätigkeit sind.

Um diese Frage zu beant­worten, ist ein Blick in das Kran­ken­an­stalten Gesetz des jewei­ligen Bundes­landes erfor­derlich. Werden demnach Sonder­klas­se­ge­bühren vom Kran­ken­haus­träger im eigenen Namen einge­hoben und in der Folge an den Arzt weiter gegeben, dann handelt es ich um unselbst­ständige Einkünfte.

Verrechnet aber beispiel­weise der Primar einen Teil der Sonder­ge­bühren selbst an den Patient, dann liegen selbst­ständige Einkünfte vor. Gibt dieser Primar einen Teil seiner Sonder­ge­bühren an die Assistenz- und Turnus­ärzte ab, dann liegen auch bei diesen Assistenz- und Turnus­ärzten Einkünfte aus selbst­stän­diger Tätigkeit vor.

Für die Besteuerung von selbst­stän­digen Einkünften ist zwingend eine Einkom­men­steu­er­erklärung jährlich beim Finanzamt einzu­reichen. Eine Arbeit­neh­mer­ver­an­lagung ist in diesem Fall nicht mehr ausrei­chend.