Unter­schiede zwischen dem umsatz­steu­er­recht­lichen + einkom­men­steu­er­recht­lichen Klein­un­ter­nehmer

Schon bisher durften bei Einkünften aus selb­stän­diger Arbeit oder aus Gewer­be­be­trieb im Rahmen der Gewinn­ermittlung gem. § 4 Abs 3 EStG die Betriebs­aus­gaben pauschal ermittelt werden. 

Zusätzlich wurde nun vom Gesetz­geber eine neue Pauscha­lie­rungs­me­thode gem. § 17 Abs 3a EStG einge­führt. Diese Pauscha­lierung gelangt erstmals ab 2020 zur Anwendung. Hier finden Sie weitere Infor­ma­tionen dazu: https://www.remm-steuerberatung.at/betriebsausgabenpauschale-fuer-kleinunternehmer/ 

Um eine Entlastung und Entbü­ro­kra­ti­sierung zu ermög­lichen, wurde die Umsatz­grenze für die Anwendung der neuen Betriebs­aus­ga­ben­pau­schale an die Umsatz­steu­er­grenze von 35.000 € ange­passt. Mehr Infor­ma­tionen zur neuen Umsatz­steu­er­grenze finden Sie hier: https://www.remm-steuerberatung.at/erhoehung-der-kleinunternehmergrenze-auf-35–000‑e/ 

Leider gelang es dem Gesetz­geber nicht, die beiden Begüns­ti­gungen für Klein­un­ter­nehmer voll­ständig anzu­gleichen, dies auch deswegen, da es in der Natur der Sache liegt, dass Defi­ni­tionen und Rege­lungen in der Umsatz­steuer (Umsatz­steu­er­grenze) nie mit den Defi­ni­tionen in der Einkom­men­steuer (Betriebs­aus­ga­ben­pau­schale) ident sein können.

Die Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­lierung nach § 17 Abs 3a EStG knüpft an die Umsätze im Sinne des § 1 Abs 1 Z 1 UStG an und bezieht Auslands­um­sätze mit ein. Das hat unter Anderem zur Konse­quenz, dass die Umsatz­grenze nach der Pauscha­lierung, die auf die Umsätze entfal­lende Umsatz­steuer nicht mit umfasst. Dadurch liegt der tatsäch­liche Grenzwert nied­riger als für USt-Kleinunternehmer, da die Grenze für die Umsatz­steu­er­be­freiung sich nach § 6 Abs 1 Z 27 UStG richtet und auf eine Steu­er­pflicht abstellt. Auch die Tole­ranz­grenzen bei Über­schreitung sind unter­schiedlich geregelt (vgl. § 17 Abs 3a EStG und § 6 ABs 1 Z 27 UStG).

Die Umsätze nach der Umsatz­steu­er­grenze umfassen auch Vermie­tungs­um­sätze, die wiederum bei der ESt-Pauschalierung nicht beachtet werden, da diese nur die ersten drei Einkunfts­arten beachtet. Dafür steht die ESt-Pauschalierung auch dann zu, wenn auf die Umsatz­steu­er­be­freiung verzichtet wird. Damit die ESt-Pauschalierung aufgrund der mit einzu­be­zie­henden Auslands­um­sätze nicht zu hoch ausfällt, wurde ein Grenzwert von 42.000 Euro (= 35.000 Euro + 20 % USt) einge­führt.

Wird auf die Umsatz­steu­er­be­freiung verzichtet, ist man an den Verzicht fünf Jahre gebunden. Nach Abgehen der ESt-Pauschalierung ist jedoch eine Rückkehr frühestens nach Ablauf von drei Wirt­schafts­jahren zulässig. 

Ob sich eine Klein­un­ter­neh­mer­be­triebs­pau­scha­lierung lohnt und ob auf die Umsatz­steu­er­be­freiung verzichtet werden sollte, können wir für Sie jederzeit über­prüfen.