ImmoESt Haupt­wohn­sitz­be­freiung bei größerem Grund­anteil

27. Mai 2017 | Für Gesund­heits­berufe, Für Unter­nehmer

Grund­sätzlich ist der Verkauf des Haupt­wohn­sitzes (Eigenheim, Eigen­tums­wohnung) von der ImmoESt befreit. Die Einkom­men­steu­er­richt­linien geben dabei eine Grund­stücks­fläche bis zu 1000 m² als Richtwert vor. Der darüber hinaus­ge­hende Anteil wäre steu­er­pflichtig. Dies ist die gängige Praxis, an die sich die Finanz­ver­waltung in der Regel hält.

Nun gelangte jedoch ein Fall an den VwGH, bei dem ein Steu­er­pflich­tiger sein Eigenheim mit einem weitaus größeres Grund­stück um über 3 Mio. € veräu­ßerte. Nachdem der Steu­er­pflichtige bzw. dessen Vertreter Beschwerde gegen den ergan­genen Bescheid eingelegt hatte, bekam dieser zuerst vom Bundes­fi­nanz­ge­richt Recht. Dieses entschied — anders als das Finanzamt — die gesamte Grund­stücks­fläche steu­erfrei zu belassen.

Dagegen aber erhob das Finanzamt eine Revision. Daraufhin sprach der VwGH sich dahin­gehend aus, dass bei einem bebauten Grund­stück das Gebäude mit dem Grund und Boden eine Einheit bildet. Für die Größe dieser Grund­stücks­fläche wird jedoch auf jenes Ausmaß abge­stellt, das nach der Verkehrs­auf­fassung übli­cher­weise als Bauplatz erfor­derlich ist.

Es ist daher ratsam, vor einer unüber­legten Einrei­chung einer Beschwerde, die möglichen Folgen zu bedenken, da es durch diese Beschwerde auch zu einer Verschlech­terung der Situation kommen kann.