Download von auslän­di­scher Software durch Klein­un­ter­nehmer

10. August 2019 | Für Unter­nehmer

In der heutigen Zeit ist es nichts Beson­deres, wenn ein Klein­un­ter­nehmer (bis 30.000 € Umsatz pro Jahr) sich aus dem Internet eine Software herun­terlädt oder Werbung auf bestimmten Online‐Plattformen schaltet. Da Klein­un­ter­nehmer Ihre Steu­er­erklä­rungen meist erst nach Ablauf des Jahres erle­digen, kommt es dann oft zu einem bösen Erwachen, besonders, wenn die während des Jahres inves­tierten Beträge in Online‐Downloads höher ausge­fallen sind. 

Auf elek­tro­ni­schem Weg erbrachte Dienst­leis­tungen zwischen zwei Unter­nehmern sind an dem Ort steu­erbar, an dem sich der Leis­tungs­emp­fänger befindet. Auch ein Klein­un­ter­nehmer gilt als Unter­nehmer. Es kommt bei diesen elek­tro­ni­schen Dienst­leis­tungen, aber auch bei Werbe­leis­tungen, zu einem Übergang der Steu­er­schuld auf den Leis­tungs­emp­fänger. Der Klein­un­ter­nehmer muss also die Öster­rei­chische Umsatz­steuer ans Finanzamt abführen, kann aber gleich­zeitig keine Vorsteuer geltend machen, da er als Klein­un­ter­nehmer dazu nicht berechtigt ist. Dies wäre ja noch erträglich.

Nun kommt es aber regel­mäßig vor, dass der besagte Klein­un­ter­nehmer vor dem Download keine UID Nummer bean­tragt hat und somit auf der Rechnung eine auslän­dische Steuer ange­führt ist, die er bezahlt hat. Diese kann der Unter­nehmer nicht mehr zurück­fordern, da die Rechnung schlichtweg falsch ausge­stellt wurde. Der Unter­nehmer hätte eine UID Nummer anfordern und mit dieser eine steu­er­freie Rechnung bean­tragen müssen, da er die Umsatz­steuer schon in Öster­reich schuldet. Hat er dies vergessen, wird die Steuer in beiden Ländern geschuldet. Eine nach­träg­liche Rech­nungs­kor­rektur gestaltet sich in der Praxis leider oft sehr schwierig.