Im Rahmen des Konjunk­tur­stär­kungs­ge­setzes nahm der Gesetz­geber eine Änderung bei der Abschreibung vor. Es wurde nun alter­nativ zur linearen AfA die degressive Abschreibung einge­führt, auch bei Gebäuden kommt es zu einer Änderung in Form einer beschleu­nigten Abschreibung.

Degressive steu­er­liche Abschreibung

Die degressive AfA kann ab 1.7.2020 für Inves­ti­tionen geltend gemacht werden, dabei ist der Prozentsatz auf den jewei­ligen Buchwert (Rest­buchwert) anzu­wenden. Es wurden jedoch folgende Wirt­schafts­güter ausdrücklich von dieser Abschrei­be­mög­lichkeit ausge­nommen:

  • Wirt­schafts­güter, für die eine Sonderform der AfA vorge­sehen ist, wie beispiels­weise Gebäude oder KFZ die keinen CO2-Emissionswert von 0 Gramm pro Kilo­meter aufweisen. Das bedeutet im Umkehr­schluss, dass für E‑Autos die degressive Abschreibung geltend gemacht werden kann.
  • Unkör­per­liche Wirt­schafts­güter,
  • Gebrauchte Wirt­schafts­güter,
  • Anlagen, die der Förderung, dem Transport oder der Spei­cherung fossiler Ener­gie­träger dienen sowie Anlagen, die fossile Ener­gie­träger direkt nutzen. Darunter fallen:
    • Ener­gie­er­zeu­gungs­an­lagen, sofern diese mit fossiler Energie betrieben werden,
    • Tank- und Zapf­an­lagen für Treib- und Schmier­stoffe sowie Brenn­stoff­tanks, wenn diese der ener­ge­ti­schen Nutzung fossiler Kraft- und Brenn­stoffe dienen,
    • Luft­fahr­zeuge

Auch bei der degres­siven AfA bleibt die Halb­jah­res­ab­schrei­bungs­re­gelung aufrecht. Der oder die Unternehmer/-in kann im Jahr der Anschaffung wählen, ob die lineare oder degressive Abschreibung zur Anwendung kommt, es besteht somit keine Verpflichtung. Weiters kann der AfA-Satz bis zu 30 % frei gewählt werden, muss dann aber gleich­bleibend fort­ge­führt werden.

Ein Wechsel zurück zur linearen Abschrei­be­me­thode ist zulässig, die umge­kehrte Variante, also ein Wechsel von linear zu degressiv, ist im Folgejahr jedoch untersagt. Welche Abschrei­be­me­thode gewählt wird, kann für jedes Wirt­schaftsgut einzeln entschieden werden.

 

Beschleu­nigte Abschreibung bei Gebäuden

Für Gebäude die nach dem 30. Juni 2020 ange­schafft, herge­stellt oder eingelegt wurden, gilt nun eine beschleu­nigte Abschreibung. Im Jahr der Anschaffung beträgt die AfA das Drei­fache des norma­ler­weise anzu­wen­denden Prozent­satzes, im darauf folgenden Jahr das Zwei­fache und ab dem zweit folgenden Jahr den übli­cher­weise geltenden Prozentsatz. Die Halb­jah­res­ab­schrei­bungs­re­gelung ist nicht anzu­wenden, sodass auch im zweiten Halbjahr die volle Jahres­ab­schreibung zusteht.

Sowohl die degressive AfA als auch die beschleu­nigte Abschreibung bei Gebäuden gelten sowohl im betrieb­lichen, als auch im außer­be­trieb­lichen Bereich (zB. Vermietung).