Betrieb­liche Fremd­wäh­rungs­kurs­ver­luste sind voll absetzbar

15. Juni 2018 | Für Unter­nehmer

Im Jahr 2013 tilgte eine Unter­neh­merin ihren betrieblich veran­lassten Fremd­wäh­rungs­kredit und konnte den erlit­tenen Kurs­verlust nur zur Hälfte ausgleichen. Das Bundes­fi­nanz­ge­richt war der Ansicht, es handle sich um negative Einkünfte aus Kapi­tal­ver­mögen. In diesem Fall war unklar, ob auch Verbind­lich­keiten (so genannte negative Wirt­schafts­güter) in den Anwen­dungs­be­reich der Einkünfte aus Kapi­tal­ver­mögen fallen. Dem hat der Verwal­tungs­ge­richtshof am 18.12.2017, Ro 2016÷15÷0026 wider­sprochen.

Auf Seite des Gläu­bigers des Fremd­wäh­rungs­kre­dites wären es sehr wohl Einkünfte aus Kapi­tal­ver­mögen, da dieser Einkünfte aus Zinsen und schluss­endlich aus einem Substanz­gewinn erzielt. In diesem Anlassfall ging es jedoch um die Seite des Schuldners. Schuld­zinsen sind je nach Fall entweder Betriebs­aus­gaben, Werbungs­kosten oder Aufwen­dungen der privaten Lebens­führung. Aus diesem Grund kommt es auch zu keiner Beschränkung der Abzugs­fä­higkeit von Kurs­ver­lusten aus betrieb­lichen Fremd­wäh­rungs­kre­diten. Die Fremd­wäh­rungs­kurs­ver­luste der Unter­neh­merin waren daher zur Gänze ausgleichs­fähig.