Besondere Arzt-Tätigkeiten

3. Oktober 2017 | Für Gesund­heits­berufe

Ärzte-Gutachten

Nicht alle Gutachten werden vom Gesetz­geber als Ärzt­liche und damit umsatz­steu­er­be­freite Tätigkeit ange­sehen. Keine Ärzt­liche Tätigkeit stellen zum Beispiel Vater­schafts­tests oder Gutachten im Rahmen von Gerichts­pro­zessen und hinsichtlich der Wirkung von Medi­ka­menten oder Kosmetika dar. Vieles begründet sich auf Entschei­dungen des Euro­päi­schen Gerichts­hofes.

 

Vertre­tungs­ärzte

Vertre­tungs­ärzte werden bei der Ärzte­kammer als soge­nannte Wohn­sitz­ärzte geführt. Der Vorteil eines Wohn­sitz­arztes gegenüber einer eigenen Nieder­lassung sind die nied­ri­geren K. Dennoch gibt es genügend steu­er­liches Betriebs­aus­gaben, wie zum Beispiel die eigene Pensi­ons­vor­sorge oder auch beim Wohl­fahrts­fonds, umfang­reiche Fahrt­kosten, Fort­bil­dungs­kosten und vieles mehr. Auch Betriebs­aus­ga­ben­pau­schalen können geltend gemacht werden, sofern diese güns­tiger sind.

 

Betriebs­ärzt­liche Tätigkeit

Für Betriebs­ärzte gilt seit 2014 eine kompli­zierte Regelung zur Umsatz­steuer. Von der Umsatz­steuer befreit sind nur Heil­be­hand­lungen. Keine Heil­be­hand­lungen im Sinne des § 6 Abs. 1 Z 19 UStG 1994 sind beispiels­weise die folgenden Tätig­keiten:

 

  • die Tätig­keiten der Arbeits­me­di­ziner

 

Steu­erfrei sind jedoch:

 

  • die indi­vi­duelle Beratung der Arbeit­nehmer bezie­hungs­weise Bediens­teten in Ange­le­gen­heiten des Gesund­heits­schutzes, der auf die Arbeits­be­din­gungen bezo­genen Gesund­heits­för­derung und der menschen­ge­rechten Arbeits­ge­staltung,
  • die arbeits­me­di­zi­nische Unter­su­chung von Arbeit­nehmern bezie­hungs­weise Bediens­teten, ausge­nommen Einstellungs- und beruf­liche Eignungs­un­ter­su­chungen,
  • die Durch­führung von Schutz­imp­fungen, sowie
  • die Doku­men­tation dieser Tätig­keiten.

 

Bei den genannten Tätig­keiten der Arbeits­me­di­ziner ist im Falle einer Gesamt­be­trags­ab­rechnung aus Verein­fa­chungs­gründen aufgrund von Erfah­rungs­sätzen davon auszu­gehen, dass der Anteil der steu­er­pflich­tigen 90 Prozent und der Anteil der steu­er­freien Tätig­keiten zehn Prozent beträgt.