Ände­rungen bei grenz­über­schrei­tenden Güter­be­för­de­rungen ab 2019

15. Juni 2018 | Für Unter­nehmer

Durch ein EuGH Urteil vom 29.6.2017 kommt es ab 1.1.2019 zu einer Änderung bei grenz­über­schrei­tenden Güter­be­för­de­rungen. Neue Voraus­setzung für die Steu­er­be­freiung bei Ausfuhren oder Durch­fuhren ist, dass die Beför­de­rungs­leis­tungen unmit­telbar an den Versender oder Empfänger der Waren erbracht werden. Für Unter­fracht­führer und Subun­ter­nehmer von Spedi­teuren bedeutet das, dass es zu erheb­lichen Ände­rungen kommt.

Folgender Praxisfall zeigt die Änderung auf:

Unter­nehmer A aus Öster­reich verkauft an seinen Schweizer Kunden CH eine Ware. A beauf­tragt das Trans­port­un­ter­nehmen T, die Ware von Öster­reich in die Schweiz zu trans­por­tieren. Das Trans­port­un­ter­nehmen T, das eben­falls in Öster­reich ansässig ist, beauf­tragt seinen Subun­ter­nehmer (ein anderes Trans­port­un­ter­nehmen) mit der Durch­führung dieses Trans­portes. Sowohl die Leistung des Subun­ter­nehmers (auch in Öster­reich) an T als auch die Leistung von T an A sind in Öster­reich steu­erbar. Da die Ware jedoch ins Drittland gelangt, waren bisher beide Leis­tungen steu­erfrei. Ab 1.1.2019 ist jedoch nur noch die unmit­telbar an den Versender oder Empfänger erbrachte Leistung steu­er­be­freit. Die Leistung des Subun­ter­nehmers an T unter­liegt ab diesem Zeit­punkt einer Umsatz­steuer von 20%.

Es ist unbe­dingt darauf zu achten, dass der Auftrag­geber bei einer Dritt­lands­be­för­derung oder Versendung der zoll­recht­liche Versender oder Empfänger der Ware ist. Bei Subauf­trägen ist dies jeden­falls nicht der Fall. Daher kommt es auch zu keiner Steu­er­be­freiung mehr.